Premiere nach Jahrzehnten: Bin „getrampt“

Gestern hatte ich einen Abendtermin in Hof. Meinen Nachbarn bei http://www.nhnandf.net/ hatte ich meine Nachfrage nach einer Fahrt mitgeteilt. Doch es gab keine Reaktion auf meinen Wunsch.

Ev. Kirche in Köditz

Köditz: Ev. Kirche

So bin ich zum Bahnhof gegangen. In der Engstelle vor der Ev. Kirche in Köditz fuhr ein Nachbar aus unserem Netzwerk langsam vorbei. Ich streckte – wie ich dies als Gymnasiast und Student oft getan habe, den Daumen raus. Dieses Trampen war eher symbolisch gemeint, schließlich kennen wir uns ja ganz gut.

Mein Freund hielt an. Er fuhr tatsächlich nach Hof. Wir konnten uns prima austauschen. Ich habe zudem Geld für die Bahnfahrt gespart.

Er hatte übrigens meinen Fahrtenwunsch gelesen. Aber die Fahrt nach Hof hat sich für ihn sehr spontan ergeben. Deswegen war es schön, dass wir uns auch ohne die Möglichkeiten von http://www.nhnandf.net trafen!

Aus seiner Sicht wäre es ideal, wenn das Nachbarschafts-Netzwerk auch für solche spontanen Fahrten zu nutzen wäre.  Technisch ist dies kein Problem. Aber ich kann es zur Zeit nicht (vor-)finanzieren. Dieses Erlebnis zeigt auf der anderen Seite, dass Nachbarn kein Internet benötigen, um zu kooperieren. Dann muss allerdings der Zufall helfen.

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Neue Zahnbürsten braucht das Land

Diese Überschrift fiel mir ein, als ich jüngst durch die Zeitschrift „eCarTec Magazin“ blätterte. Hier geht es um Elektroautos und -etwas hochtrabend- die: „eMobility Revolution“. Ob von BMW, Audi oder anderen Herstellern: Technischer Fortschschritt ist bald als Serienprodukt erhältlich.  Elektromobilität hat sich längst zu einem Milliardenmarkt entwickelt. Aber ich bezweifle, dass mit dieser neuen Technologie auch nur kleinste Fortschritte für intelligente Mobiltät erreicht werden.

Übertragen wir diesen „Revolutions“-Ansatz auf Zahnhygiene. Wir benötigen demnach technisch fortschrittliche Zahnbürsten, z.B. mit Elektromotor. Besonders schick sind auch Zahnbürsten mit Hybridmotor-Borstenverstellung. Nicht zu vergessen Zahnpasta aus Bioenergie statt wie bisher aus Erdöl….

Die entscheidende Frage ist jedoch: Wie putzen wir uns vernünftig die Zähne? Die high-tech Zahnbürste nutzt nichts, wenn sie falsch eingesetzt wird. Eine traditionelle Handzahnbürste, regelmäßig benutzt (nach jedem Essen…) ist besser für die Zahnhygiene als die Super-Elektrozahnbürste, die nur einmal täglich abends vor dem Zubettgehen benutzt wird.

Ob gesunde Zähne oder intelligente Mobilität: Es geht primär um unser Verhalten und danach irgendwann um die Technik. Fahrten zu vermeiden ist immer ökologischer als Parallelfahrten mit den heute umweltfreundlichsten Autos zu absolvieren.

Dies betrifft z.B. Fahrten zur Apotheke. In Stadtapotheken, die eher am Stadtrand liegen, ist es normal, dass aus umliegenden Ortschaften Rezepte einer Gemeinde eingelöst werden. Leider ist es dabei sehr häufig so, dass die Nachbarn eines Straßenzugs einzeln fahren. Oder als allgemeine Erfahrung: Wir treffen unsere Nachbarn „zufällig“ in der Stadt, weil wir im gleichen Baumarkt oder bei dem Wochenmarkt einkaufen.

Die Website www.nhnandf.net hilft Nachbarn, Fahrten zu gemeinsamen Zielen zu bündeln. Hier geht es um  ein anderes Mobilitätsverhalten als wir es gewohnt sind. Wir sind selbstbeweglich (griechisch: auto – mobil). Verändern wir doch unser Verhalten und fahren heute für den befreundeten Nachbarn zur Apotheke. Und morgen bringt dieser Nachbar uns die Medizin mit, die in der Apotheke nicht sofort lieferbar war.

Wenn Nachbarschaftshilfe funktioniert, kann sie über eine Homepage wie http://www.nhnandf.net verbessert werden. Dann erübrigen sich zufällige Treffen in der Stadt, denn per Internet wird systematisch die nötige Mobilität unter befreundeten Nachbarn optimiert. Und dann erst macht es Sinn, loszufahren. Egal mit welcher Zahnbürste, nein: mit welchem Auto!

PS.: Der Vergleich hinkt in mindestens einem Punkt: Zahnbürsten sollten öfters als Autos neu gekauft werden…

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Umweltfreundliche Autos sind wie Gesundheits-Zigaretten:

es gibt sie nicht!

Verwunderlich, wie uns die Autoindustrie einreden will, es gäbe so etwas wie umweltfreundliche Autos. Natürlich gibt es Fahrzeuge, die weniger Sprit verbrauchen als ihre Vorgängermodelle. Natürlich gibt es Autos, die von Modellwechsel zu Modellwechsel leichter werden. Und selbstverständlich ist die Suche nach alternativer Antriebstechnik, z.B. mit Elektromotoren.

Dies sind alles technische Fortschritte. Aber damit wird auch das heute modernste Auto nicht umweltfreundlich. Allein die Herstellung von Fahrzeugen verschlingt eine unvorstellbare Menge Rohstoffe und Energie. Der Betrieb von Fahrzeugen ist ebenfalls eine Pein für unsere Umwelt. Und wenn wir dann noch die nötige Infrastruktur für Straßen, Parkplätze oder den Verkehrslärm bedenken, wird klar, dass unser motorisierter Individualverkehr ein umweltfeindlicher Luxus ist. Die gesellschaftlichen und persönlichen Kosten von Verkehrsunfällen verschlimmern dies alles nochmals.

Ich freue mich sehr, dass es dennoch Fortschritte gibt. Automobilkonzerne wie BMW oder Daimler bieten in Großstädten wie Berlin oder München Car-Sharing an. Und siehe da, der Besitz von Autos geht zurück! Menschen bleiben mobil, aber benötigen kein eigenes Fahrzeug mehr.

Dies möchte ich mit der Website nhnandf.net auch erreichen. Mein Ansatz ist die Vorstufe zum Car-Sharing: Mobilität vermeiden, weil sich Nachbarn via Internet abstimmen und dadurch Fahrten gespart werden.

Ich fände es gut, wenn wir gerade in Deutschland von dem Auto als unserer „heiligen Kuh“ wegkämen. Unsere Volkswirtschaft ist in hohem Maße von der Herstellung hochwertiger Kraftfahrzeuge abhängig. Unsere Automobil-Industrie verbessert unbestritten unsere Exportbilanz. Aber unsere Zukunft ist nicht von 200 PS starken „umweltfreundlichen“ Autos abhängig.

Wir brauchen menschen-orientierte Mobilität. Sozialverträglich, z.B. durch gelebte Nachbartschaftshilfe.

„Umweltfreundliche“ Autos sind nicht unsere Zukunft. Gesundheits-Zigaretten sind auch nicht die Zukunft für Raucher.

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Carsharing: Wichtiger Trend in Großstädten

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über das Erfolgsmodell Carsharing in Großstädten. Der Artikel „Hast du keinen, ruf dir einen“ ist sehr lesenswert. Hier ein paar Zahlen und Zitate, die einen wichtigen Trend verdeutlichen:

  • „Privater Autobesitz ist ein Auslaufmodell“
  • Prognose für 2025: Nur noch 10 % aller Haushalte in Deutschland haben ein eigenes Auto
  • In Großstädten ersetzt ein Carsharing-Auto 15 Privatwagen
  • Käufer neuer Autos werden immer älter: Über 60 Jahre Alte kaufen mehr Neuwagen als alle, die jünger als 40 jahre alt sind
  • Nutzer von Carsharing sparen ca. 1.700 € im Jahr
  • Für Jüngere ist das Auto kein Statussymbol mehr – im Gegensatz zu Smartphones.

Carsharing bereitet den Weg für eine umweltfreudliche Mobilität. Das Auto wird genutzt, wenn es nötig ist. Selbst große Automobilhersteller wie BMW oder Mercedes haben das Marktpotential erkannt und bieten eigene Fahrzeuge in Großstädten an: DriveNow in München oder Car2Go in Ulm sind nur Pilotprojekte. Zumindest in Großstädten ermöglicht Carsharing individuelle Mobilität in neuer Qualität – wenn es maximal 500 m bis zur nächsten Carsharing-Station sind. 29 Cent je Minute ist übrigens in München und Ulm der Alles-inclusiv-Preis.

Und auf dem flachen Land? nhnandf.net ist die Antwort

Im ländlichen Raum ist diese neuartige Mobilitätsform (noch) keine praktikable Alternative. Hier leben weniger Menschen auf weitem Raum – auch Parkprobleme in Stadtzentren sind nicht so brennend.

Dennoch funktioniert hier das „Sharing“, also das „Teilen“ von Mobilität. Die Freundschaften von Nachbarn können die Basis sein für eine Art „Carsharing light“. Statt anonym Autos zu mieten können Freunde Fahrten über das Internet koordinieren. Das Web verbessert damit die typische Nachbarschaftshilfe.

Und darum geht es bei der Online-Comunity nhnandf.net. Statt allein in die nächste größere Stadt zu fahren können sich hier Nachbarn verbinden, um Mobilität zeit, geld- und umweltschonend untereinander. abzustimmen. Wie es im Alltag funktioniert, ist in diesem Blog unter „Praxisbeispiel“ nachzulesen.

Ich bin zuversichtlich, dass diese Art der nachhaltigen Mobilität auch im ländlichen Raum eine große Zukunft hat. Carsharing fing auch mit Kleinprojekten an, wahrscheinlich von umweltbewussten Studenten in Unistädten gegründet. Was für Großstädte gut ist, sollte auch in der lebens- und liebenswerten Provinz funktionieren! Und dies billiger als in der München oder Ulm! Ein Familien- bzw. Haushaltsticket bei nhnandf.net kostet nur 2,10 € – im Monat! Und Wenignutzer fahren umsonst.

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Mitbringsel und Metzgersfahrten

KFZ-Kennzeichen

KFZ-Kennzeichen für meinen Freund

Heute habe ich in der Mittagspause für einen lieben Freund ein Auto zugelassen. Für mich war es Pausenzeit, für ihn wäre allein die Fahrtzeit ca. 4 x so lang gewesen wie die eigentliche Zulasssung.

Dieser Freund ist nicht Mitglied bei dem Nachbarschafts-Netzwerk nhnandf.net. Aber wir sind Freunde. Deshalb war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich bei meinem Arbeitgeber, dem Landkreis Hof, diesen Freundschaftsdienst erledigt habe.

Warum blogge ich darüber? Es gefällt mir, wenn ich helfen kann. Insbesondere dann, wenn ein großer Hebeleffekt entsteht: Mich hat es wenig Zeit gekostet,  mein Freund hat seine Zeit  viel besser als auf der Straße und in einer Zulassungsbehörde eingesetzt. Er hat mit dieser Bitte auch bewiesen, dass Freundschaftsdienste bzw. Nachbarschaftshilfe nicht vom Internet anhängig sind. Beides funktioniert, wenn sich Menschen mögen. Nhnandf.net verbessert jedoch als Online-Community die Nachbarschaftshilfe, weil über dieses Netzwerk die wenigen, aber entscheidenden Menschen erfahren, was zu fahren ist.

Ncoh ein Praxisbeispiel von heute. Wir haben auch bei einem Metzger im Landkreis Hof eingekauft. Dort war auch – wie es fast zu erwarten gewesen wäre – ein Freund aus Köditz, unserem Wohnort. Schade – hätten wir uns abgesprochen, hätte sich einer von uns die Fahrt sparen können. So fand das kurze Schwätzchen in der Metzgerei und nicht bei der Übergabe des Einkaufs statt…

In Bayern gibt es den Begriff „Metzgersfahrt“. Wenn eine Fahrt erfolglos ist, weil z.B. im besuchte Möbelhaus nichts gefunden wird, kauft man wenigstens noch was bei einem Metzger ein. Die Fahrt war dann nicht ganz  umsonst, sie war eine Metzgersfahrt.

Die Nutzer von nhnandf.net vermeiden  Metzgersfahrten, weil sie mit ihren Nachbarn und Freunden Mobilität vorab koordinieren.

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Test: Xing oder Facebook

Kabelbinder: Geschenk des Nachbarn - Mobilität vermiedenVorhin habe ich den Artikel

Wieviele Kabelbinder brauchst Du?

verfasst. Dieses Erlebnis beweist, dass Nachbarschaftshilfe das beste Mobilitäts-Konzept ist.

Vor wenigen Minuten war ich dann bei Facebook und Xing aktiv. Ich habe in der jeweiligen Statuszeile auf den Artikel verlinkt. Dies als Test, wie die User reagieren. Bei Facebook bin ich seit ca. 3 Wochen dabei und habe 35 „Freunde“. Bei Xing sind es zur Zeit 414 Kontakte, dort bin ich schon seit 2004 aktiv.

Ich bin gespannt, wie die berühmten sozialen Netzwerke für das kleine Netzwerk nhnandf.net arbeiten… Dazu hier später Details.

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Facebook: Mehr Traffic für nhnandf.net

Nach langem Zweifeln habe ich mich bei Facebook angemeldet:

http://www.facebook.com/profile.php?id=100002319183967

In diesem Blog habe ich schon öfters über Facebook geschrieben. Und dies in der Regel recht kritisch. Warum nun die Kehrtwende?

Meine einzige Motivation: Mehr Besucher auf die Nachbarschafts-Website zu bringen. Zu meiner Überraschung funktioniert es, mehr Mensch als zuvor schauen sich jetzt  nhnandf.net an.

Ich will demnächst eine direkte  Fanpage für die Nachbarschafts-Community erstellen. Dazu brauche ich noch mehr Facebook-Erfahrung. Aber die ersten Ergebnisse sind ermutigend!

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Klickschnell: Thilo Baum kommt zum Punkt!

Neulich habe ich Thilo Baum kennengelernt. Er hat ein sehr lesenswertes Buch verfasst. „Komm zum Punkt“ ist der Titel. Der Untertitel präzisiert sein Anliegen:

„Das Rhetorik-Buch mit der Anti-Laber-Formel“.

Hier ein paar Gedanken, die mir gefallen:

  • Bullshit-Bingo: spielerischer Umgang mit aufgeblähten Worten wie „Witterung“ statt „Wetter“ oder „unweit“ statt „nah“ oder „zur Stunde“ statt „jetzt“ (S. 74).
  • „Unkaputtbar“: Mut haben zu Worten, die Gedanken auf den Punkt bringen, auch wenn sie sprachlich falsch sind (S. 129).
  • Haupt- statt Tätigkeitsworte: „eine Untersuchng durchführen“ statt einfach „untersuchen“ oder „einen Beschluss fassen“ statt einfach „beschließen“ (S. 132).
  • Nachdenkliches: Entwicklungsprozess ist doppelt gemoppelt: Eine Entwicklung ist immer ein Prozess – Floskel-Sammlung auf Seiten 140 – 146
  • Sprache vereinfachen: Auf Verneinungen und doppelte Verneinungen verzichten, z.B. „schlecht “ statt „suboptimal“ oder „viele“ statt „nicht wenige“ (S. 154).

Hier geht es nur um eine persönliche Wertung im Sinne von Appetit anzuregen. Das Buch umfasst viel mehr Inhalt, als es in eine Blog beschrieben werden kann. Lesenswert sind seine 100 Anti-Laber-Tipps.

Ich selbst will diese Gedanken in diesem Blog und auf der Homepage nhnandf.net anwenden. Thilo Baum ermutigt z.B. zu Wortschöpfungen, die Sachen auf den Punkt bringen, auch wenn sie sprachlich nicht korrekt sein mögen.

Klickschnell“ ist mir am Wochenende in den Sinn gekommen. Verwendet habe ich dieses Kunstwort für das blitzschnelle Einstellen von Fahrten auf der Nachbarschafts-Homepage nhnandf.net. Ich habe (endlich!) eine Bedienungsanleitung erstellt. Wenige Graphiken sagen mehr als viele Worte. Klickschnell gefällt mir in diesem Zusammenhang recht gut.

„Kleingedrucktes ohne Kauderwelsch“

Unter diesem Titel berichtet die Financial Times Deutschland heute über ein sinnvolles Pilotprojekt. Die Versicherung HUK-Coburg und die Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten entrümpeln gemeinsam unverständliche Vertragstexte. Der Anfang wurde gemacht mit der Hausratpolice.

Ganz im Sinn von Thilo Baum werden z.B. Sätze mit mehr als 50!!! Wörtern aufgespalten. Nun gilt die Obergrenze von 20 Wörtern. Die HUK handelt im Gegensatz zur Konkurrenz von Ergo.Die FTD schreibt: „Ergo verspricht in einer seit vielen Monaten laufenden Kampagne mit dem Slogan „versichern heißt verstehen“ besondere Kundenfreundlichkeit. Eingelöst wurde das Versprechen bislang nicht.“

Dies fällt bei Thilo Baum in die Kategorie Corporate Kauderwelsch bzw. Marketing Blabla (s. 62).

Viel Spaß beim Lesen und Erfolg beim Umsetzen!

Nachträglich hinzugefügt: Hier der Link zu dem ebenfalls lesenswerten Blog von Thilo Baum:

 

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E 10-Benzin und Schwarmintelligenz der Autofahrer

Spiegel-Online kommentiert heute sehr umfassend die vielfältigen Fehler bei der Einführung des sogenannten Bio-Sprits.Schwarmintelligenz an der Zapfsäule heißt der sehr lesenswerte Artikel.

Der Autor Christian Schwägerl fordert in seinem Artikel im Einzelnen:

  • Verzicht auf unnötige Fahrten
  • Mäßigung beim Tempo
  • massenhaftes Carsharing
  • Umsteigen auf Rad und öffentliche Verkehrsmittel.

Der anstehende Benzingipfel, so der Spiegel-Experte, müsse Verkehrspolitik ganzheitlich diskutieren.

Zu diesem Blog gehört die Homepage www.nhnandf.net . In Mini-Netzwerken können sich dort Nachbarn verknüpfen, um Fahrten einzusparen. Aus der Perspektive dieser Online-Community habe ich der Spiegel-Redaktion folgende Rückmeldung geschrieben:

Schwarmintelligenz: Vertrauen von Nachbarn + Internet

„Hallo!

Der Artikel betont technische Probleme und Fortschritte. Intelligente Mobilität wird von ADAC, Automobilherstellern etc. immer mit technischen Innovationen gleichgesetzt.

Dabei werden Transportbedürfnisse als gegeben hingenommen. Es geht aber primär darum, Mobilität überhaupt zu vermeiden. Auch das im Artikel gepriesene Carsharing greift zu kurz: Es ermöglicht Fahrten.

In meiner Homepage http://www.nhnandf.net/ können sich Nachbarn via Online-Community verknüpfen, um die alltägliche Mobilität zu organisieren. Fahrtenangebote und -nachfragen werden den akkreditierten Freunden vorab mitgeteilt. Hier genügen schon wenige Partner, so erste Erfahrungen aus der Pilotphase, um Fahrten gänzlich einzusparen oder Abstecher zu vermeiden.

Aus zufälliger Nachbarschaftshilfe wird mit Internet-Technik eine systematische Einsparung. Nachhaltigkeit (ökologische, ökonomische und soziale Dimension) wird im eigenen Umfeld auf kleinen Strecken im Alltag praktiziert. Auch alte Menschen profitieren ohne Internet-Zugang von diesem Ansatz. Die bisher weiteste Einsparung waren 30 km für den Transport von 175 g Spezialtee zu einer 78 Jährigen.

Die Praxis zeigt aber auch, dass es ein weiter Weg ist von dem auto-mobil Verkehrsverhalten hin zu einem Mitnehmen und Mitbringen in Mikronetzwerken. Es ist einfacher, selbst und jederzeit loszufahren als Autos intelligent und sozial auch für Nachbarn einzusetzen.

Ich versuche diesen Ansatz in meiner Freizeit nach vorn zu bringen. Wir selbst können durch unsere Mitmach-Nachbarn z.B. auf einen Zweitwagen verzichten!“

Schwarmintelligenz: Ja, es liegt in unserer Hand, intelligent mobil zu sein! Aber an der Zapfsäule ist es für Schwarmintelligenz  zu spät – wir sollten Fahrten grundsätzlich vermeiden! Die Online-Community erfüllt die erste Forderung von Spiegel Online und steht nicht im Konflikt mit den anderen Erfordernissen für eine nachhaltige Verkehrspolitik.

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Geniale Methode für gute Entscheidungen in Gruppen

Ich habe neulich diese Homepage gefunden: www.sk-prinzip.net/ Dahinter verbirgt sich eine geniale Methode, in Gruppen schnell tragfähige Entscheidungen herbeizuführen.

Es gibt – so das Beispiel auf dieser Website – Besseres als das so übliche demokratische Abstimmen mit einfacher Mehrheit. Das Geheimnis heißt: „Systemisches Konsensieren„. Dahinter steckt die Suche nach der Lösung, die bei allen Gruppenmitgliedern auf den geringsten Widerstand stößt.

Ich finde diesen Gedanken genial einfach: Es ist eleganter um die Ecke zu denken und die größte Übereinstimmung zu suchen als mit einfacher Mehrheit Entscheidungen „durchzupowern“.

Ich sehe darin eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Mobilitätsansatz von nhnandf.net. Auch hier geht es um eine gedankliche Veränderung: Die eigenen Fahrten den Nachbarn anzubieten und die Angebote der Nachbarn selbst zu nutzen ist intelligenter als immer alleine zu fahren.

Den Erfindern des Systemischen Konsensierens wünsche ich viel Erfolg bei der weltweiten Verbreitung ihrer Methode!

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