Klickschnell: Thilo Baum kommt zum Punkt!

Neulich habe ich Thilo Baum kennengelernt. Er hat ein sehr lesenswertes Buch verfasst. „Komm zum Punkt“ ist der Titel. Der Untertitel präzisiert sein Anliegen:

„Das Rhetorik-Buch mit der Anti-Laber-Formel“.

Hier ein paar Gedanken, die mir gefallen:

  • Bullshit-Bingo: spielerischer Umgang mit aufgeblähten Worten wie „Witterung“ statt „Wetter“ oder „unweit“ statt „nah“ oder „zur Stunde“ statt „jetzt“ (S. 74).
  • „Unkaputtbar“: Mut haben zu Worten, die Gedanken auf den Punkt bringen, auch wenn sie sprachlich falsch sind (S. 129).
  • Haupt- statt Tätigkeitsworte: „eine Untersuchng durchführen“ statt einfach „untersuchen“ oder „einen Beschluss fassen“ statt einfach „beschließen“ (S. 132).
  • Nachdenkliches: Entwicklungsprozess ist doppelt gemoppelt: Eine Entwicklung ist immer ein Prozess – Floskel-Sammlung auf Seiten 140 – 146
  • Sprache vereinfachen: Auf Verneinungen und doppelte Verneinungen verzichten, z.B. „schlecht “ statt „suboptimal“ oder „viele“ statt „nicht wenige“ (S. 154).

Hier geht es nur um eine persönliche Wertung im Sinne von Appetit anzuregen. Das Buch umfasst viel mehr Inhalt, als es in eine Blog beschrieben werden kann. Lesenswert sind seine 100 Anti-Laber-Tipps.

Ich selbst will diese Gedanken in diesem Blog und auf der Homepage nhnandf.net anwenden. Thilo Baum ermutigt z.B. zu Wortschöpfungen, die Sachen auf den Punkt bringen, auch wenn sie sprachlich nicht korrekt sein mögen.

Klickschnell“ ist mir am Wochenende in den Sinn gekommen. Verwendet habe ich dieses Kunstwort für das blitzschnelle Einstellen von Fahrten auf der Nachbarschafts-Homepage nhnandf.net. Ich habe (endlich!) eine Bedienungsanleitung erstellt. Wenige Graphiken sagen mehr als viele Worte. Klickschnell gefällt mir in diesem Zusammenhang recht gut.

„Kleingedrucktes ohne Kauderwelsch“

Unter diesem Titel berichtet die Financial Times Deutschland heute über ein sinnvolles Pilotprojekt. Die Versicherung HUK-Coburg und die Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten entrümpeln gemeinsam unverständliche Vertragstexte. Der Anfang wurde gemacht mit der Hausratpolice.

Ganz im Sinn von Thilo Baum werden z.B. Sätze mit mehr als 50!!! Wörtern aufgespalten. Nun gilt die Obergrenze von 20 Wörtern. Die HUK handelt im Gegensatz zur Konkurrenz von Ergo.Die FTD schreibt: „Ergo verspricht in einer seit vielen Monaten laufenden Kampagne mit dem Slogan „versichern heißt verstehen“ besondere Kundenfreundlichkeit. Eingelöst wurde das Versprechen bislang nicht.“

Dies fällt bei Thilo Baum in die Kategorie Corporate Kauderwelsch bzw. Marketing Blabla (s. 62).

Viel Spaß beim Lesen und Erfolg beim Umsetzen!

Nachträglich hinzugefügt: Hier der Link zu dem ebenfalls lesenswerten Blog von Thilo Baum:

 

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